Dienstag, 21. Dezember 2010

·         Langsam kommt die Wut ³
von Nanok @ 2006-11-29 – 12:35:21
"Ich habe dich anders kennengelernt. Ich habe dich als einen Menschen kennengelernt, mit tiefen, extremen Emotionen. ...nun... bist du nur noch eiskalt."
Jap. Bin ich wohl. Mal wieder baue ich mir mein Schutzschild aus Ironie und Zynismus. Ich sage: Und? NA UND?
"Echte Freunde überstehen das. Wirkliche Freunde kämpfen. Wahre Freundschaft bringt nichts auseinander."
Ich sage: Doch. Und zwar die Tatsache, des nicht-redens.
Kann man in einer Freundschaft Fehler verzeihen?
Ich sage: Sollte man. Und zwar jeden einzelnen.
Kann man eine Freundschaft mit jemandem haben, der eine andere Sichtweise von Freundschaft hat, sich dessen bewusst ist, sie aber nicht als minder wichtig sieht?
Ich sage: Ja. Kann man. Das kann eine Freundschaft sogar um einiges bereichern.
Sollte man in einer Freundschaft aufwiegen, wer dem anderen mehr Schmerz zufügt in einer Zeit, die beschissen für einen ist?
Ich sage: NEIN.
Verdammt nochmal... als ich mich dir ganz öffnete und dir meine Seele in die Hände legen wollte, hast du dich umgedreht.
Ich sage: Ruf mich nie wieder an.
Formularende
·         Nur für Freunde
von Nanok @ 2006-11-29 – 00:47:44
Vor mir: ein Glas Wein. Daneben: die leere Flasche und ein voller Aschenbecher. Hier fliegt soviel unnötiger Scheiss rum. Eine Riesenpackung duplo - na danke. Ist mir echt nicht nach. Handy, Telefon, Eieruhr, Kerzen, Cd´s, ein Buch über Naturheilkunde, Glasreiniger, zwei 50 Cent Stücke, Zettel mit ewig vielen Telefonnummern, einen Zettel, den ich schrieb, weil ich mich so aufgeregt hab: "Wofür nimmt die eigentlich soviel Provision? Die soll ihren Hintern bewegen!" - den schrieb ich meinem Mann, als er mit der Maklerin telefonierte und wedelte wild damit herum. Was noch... ja... duplo Papier... huch? Hab ich doch einen gegessen? Naja. Egal. Krieg ja eh nix mit. Dann noch eine Zeichnung von mir. Eine WoW-Landkarte. Ein Kuli mit Puschel, oben drauf Mini-Maus, der rosa leuchtet, wenn man schreibt und nach Erdbeer riecht. (Wtf?) Arbeitsvertrag, Versicherungskündigung. Stadtplan Wien.
Stadtplan Wien.
Wien.
In einer Woche bin ich da. Nicht mehr hier. Aber... mich hält nichts mehr hier. Oder doch?
Mein Kopf tut weh. Wie soll ich versuchen, etwas zu ändern, wenn mir niemand sagt, wie? Und was?
Langsam hab ich keine Lust mehr. Heute las ich, folgendes:
Ich glaube, daß Depressive nicht wirklich krank sind. Vielleicht ist es nur die Umwelt, die sie in dem Glauben läßt, um nicht unter die Oberfläche schauen zu müssen.
Macht mich das nun zu einem besseren Menschen? Nein. Wen interessierts.
Zusammenhanglos? Ja. Ich kann nicht klar denken. Seit Wochen nicht. Aber es gibt immer wieder Momente, in denen sehe ich klar. Alles deutlich. Bin ich ein ganz normaler Mensch, nur mit umgekehrter Sicht? Wo andere klar sehen, sehe ich Nebel, wo andere nicht klar denken können, bricht für mich ein Stück der Himmel auf... und es gibt Momente... die sind so wunderschön, dass ich wieder weinen könnte.
Vielleicht wird mir damit gezeigt, wie wertvoll so etwas ist?
Wer stellt sich schon bei Eiseskälte mit ausgebreiteten Armen in den Regen,
das Gesicht zum Himmel, schliesst die Augen und versinkt im Fühlen?
"Bist du verrückt, du holst dir den Tod!"
Ich sage: "Na und?"
Und denke, ja, verdammt, ich bin verrückt... verrückt nach mehr.
Verrückt nach mehr gefühltem Leben.
Ich habe dieses oberflächliche Dahingeplätscher so satt.
Aber... hey, es geht mir absolut dreckig im Moment. Ein absolutes Scheiss - Gefühl.
Aber immerhin... ein Gefühl.
...gefühltes Leben... ist doch schon mal was.
Formularende
·         Nur für Freunde
von Nanok @ 2006-11-28 – 18:39:11
Ich war heute lange laufen. Mit Kadsha. Ich sollte das öfter tun. Es tut mir gut zu sehen, wie gut es meinem Hund dabei geht. Ich bin gelaufen und gelaufen... ich konnte nicht mehr... ich lief weiter. Ich liebe das Geräusch von Blättern unter meinen Schuhen. Ich liebe die Jahreszeit, wenn rote, gelbe, orangene und braune Farbtöne vorherrschen. Wenn ich laufe... bis ich nicht mehr kann, trotzdem weiterlaufe, vergess ich den Rest der Welt.
Ich bin vollkommen ausgelaugt. Meine Gedanken stehen nicht still. Alles dreht sich. Es gibt nichts mehr, was ich in den Händen halte. Du willst es nicht mehr.
Wenn du wirklich, von einer besten Freundin verlangst, dass sie dich freigibt, wenn du es verlangst, werde ich das tun.Zumindest etwas... den letzten Schritt will ich richtig machen.
Ich liebe dich. Bist mein bester Freund... noch immer. Es tut mir leid, dass ich nicht schneller lernen konnte. Du hast etwas durchbrochen, was bisher niemand geschafft hat. Nun stehe ich vor den Trümmern... und repariere diese Stelle. Wer, wenn nicht du... niemand.
Nie wieder. Irgendwer. Niemand.
Was du gesehen hast, konntest du nicht aushalten. Aber... ich denke, so ist es besser. So tut es nicht so weh. Dir.
Für mich bist du noch immer meine Zuflucht. Aber nun im Stillen... in Erinnerung.
Ich danke dir für das Geschenk, das du mir machen konntest.
Leb wohl.
Formularende
·         Spuren im Sand
von Nanok @ 2006-11-28 – 13:07:07
Spuren im Sand
Eines Nachts hatte ein Mensch einen Traum; er träumte, er ginge den Strand entlang mit seinem Gott, über den Himmel hin leuchteten die Szenen aus seinem Leben auf, für jede der Szenen bemerkte er im Sand zwei Fußspuren: die eine gehörte ihm selbst, die andere zu seinem Gott.
Als die letzte Szene vor ihm aufgeleuchtet war, blickte er zurück auf die Fußspuren und bemerkte, dass lange Zeit den Weg nur ein Paar Spuren im Sand zu sehen waren. Er bemerkte auch, dass dies geschehen war während der schwersten und traurigsten Zeit seines Lebens.
Dies machte ihm ernstlich Kopfzerbrechen und er fragte seinen Gott:
"Du sagtest, als ich mich entschied, Dir zu folgen, Du würdest den ganzen Weg mitgehen. Aber ich bemerkte, dass während der schlimmsten Zeit meines Lebens nur ein Paar Spuren da waren. Ich verstehe nicht, dass - als ich Dich am meisten brauchte - Du mich verlassen hast."
Sein Gott antwortete: "Ich liebe Dich und wollte Dich niemals verlassen. Während Deiner Zeit voller Last und Leiden, als Du nur ein Paar Spuren sahst, da war es so, dass ich Dich getragen habe!"
...schöne... Geschichte. Mehr wohl nicht.

Nur eine Erinnerung...

Ich stehe auf, der warme Körper noch neben mir. Habe kalte Füße... wie immer. Ziehe mir dicke Kniestrümpfe an, die mir vor ein paar Stunden erst ausgezogen wurden. Eine Mischung: weißes, enges Shirt, weiße Unterhose und schwarze dicke Kniestrümpfe. Ich knote mir die langen, schwarzen Haare irgendwie zusammen und einige Strähnen fallen mir ins Gesicht. Noch einmal knie ich mich auf die Matratze und küsse ihren wunderbaren Rücken, der sich langsam atmend bewegt. Ich öffne leise die Zimmertür, im Flur ist noch Licht. Ich schleiche verschlafen in die Küche, setze einen Topf mit Wasser auf den Herd, befülle den Keramikfilter mit Kaffee, lehne mich rücklings an den Einbauschrank. Mit geschlossenen Augen kann ich noch immer ihren Duft an mir riechen. Ich fühle mich völlig ausgefüllt... es war eine wunderbare Nacht. Das Wasser kocht. Ich gieße langsam das Wasser durch den Filter in eine große Schale. Fülle den Rest mit Milch auf. Setze mich mit angezogenen Beinen und der Schale auf den Knien auf den Stuhl am Fenster. Es regnet. Ich atme den Duft des Milchkaffees ein und beobachte die Regentropfen, die ans Fenster klatschen. Ich versinke... in Gedanken an diese Nacht.
„...dann kann ich dem auch nichts mehr abgewinnen.“ Ich schaue ihr zu, wir sitzen in ihrem Zimmer auf dem Boden und unterhalten uns. Sie redet und redet und ich mag es sehr. Schon lange höre ich zwar die Worte aus ihrem Mund, verfolge aber nicht mehr die Argumente gegen oder für eine Konfrontation mit ihrem Bruder.
Mein Blick wandert von ihr zu dem Fenster. Sie streichelt sanft meine Wange. „Du bist mit deinen Gedanken ganz woanders, habe ich recht Hase?“ Ich schaue in ihre strahlenden Augen und nicke nur. Sie beugt sich zu mir, nimmt mein Gesicht in ihre Hände und sagt: „Habe ich dir heute schon gesagt, wie sehr ich dich liebe?“ Tränen lassen meinen Blick auf sie verschwimmen. Ich schließe sie und spüre ihre Lippen auf meinen. Sie berührt sachte mit ihrer Zunge meine Lippen, ich kann ihre Wärme vollends spüren. Ein schönes Prickeln auf der Haut. Sie streichelt mir über die Schultern, meinen Hals, drückt mich ein wenig zurück, so dass ich mich rücklings abstützen muss. Ihre Hände wandern über meine Brüste, über meinen Bauch, über meine Schenkel. Ich lege den Kopf zurück und lass das alles mit mir geschehen, denn ich weiß, sie wird weitergehen... weiter... immer weiter. Sie macht mich sehr glücklich und ich muss leise aufstöhnen. Die ganze Welt scheint sich in einem Moment zu drehen und doch still zu stehen. Ich weiß, ich kann mich ihr völlig hingeben. Sie küsst mich, drückt mich auf den Boden, beisst mir sanft in den Hals... ich verbrenne...die Körper... kleine Schweißperlen bilden sich auf der Haut... sie schiebt mein Shirt hoch, fährt mit ihrer Zunge geschickt vom Hals hinunter, ohne eine Stelle auszulassen. ...sie küsst meinen Bauch, drückt sanft meine Schenkel auseinander. Ihre Segnungen sind wundervoll. Ich lasse mich völlig fallen. Und ich weiß: heute Nacht wird ihre Seele erneut die meine berühren...
Die Küchentür geht langsam auf. Sie sieht so schön aus, wenn sie noch so verschlafen ist. Nur mit Höschen bekleidet setzt sie sich vor mich auf die kalten Bodenfliesen. „Ich habe dich vermisst, Schatz.“ Ich lächle sie wieder an und reiche ihr meinen Becher. Gott... herrje. Sie ist so wunderbar. Sie setzt sich auf den Küchentisch und stellt ihre Füße auf die meinen. Ich greife sie am Nacken und küsse sie. Leise flüstere ich ihr ins Ohr: „Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?“ Sie lächelt. Ich stelle meine Füße auf den Boden und rücke meinen Stuhl etwas näher an sie heran. Ich küsse ihre warme, weiche Haut. Fahre mit den Fingerspitzen über ihre Brust, über ihren Bauch und lasse meinen Fingern meine Zunge folgen. Sie seufzt leise auf. Alles scheint stillzustehen. Nur sie und ich. Und wieder: heute morgen wird meine Seele die ihre berühren...

Neue Klänge... neu gefühlt

Ein Schwamm, jeden Ton aufsaugend, laut, lauter... immer lauter... nichts verpassen. Nichts verpassend. Lauter. Weit über die Schmerzgrenze hinaus. Hören, Augen schliessen, fühlen. Gleiten, vergessen. Erinnern. Schmerz und Wut. Angst und Liebe. Hass. Ungewöhnlich starker Hass. Liebe... Leben - Schmerz... Leid... Hass. Hass. Extrem. Bis in den kleinsten Winkel. Jedes Gefühl. Liebe. Aufsaugend. Aussaugend. Liebe... nichts als Liebe. Aussergewöhnlich stark. Geprägt. Frei von allem. Frei von allen.
"Ich kann dir nur die Flügel ausbreiten. Fliegen musst du allein." Ich fühle mich wie ein Engel... mit einem Flügel... wo ist der Engel, der mich umarmt, damit wir fliegen können?
Nachts. Ich wache auf. Öffne ruckartig die Augen, sehe an die Decke. Schweissperlen laufen über meinen Hals. Sehe an die weisse Decke, die mich erdrückt. Drückt mich auf die Matratze und nichts kann ich tun. Werde tief in die Laken gedrückt. Wehre mich nicht. Kann nicht... will nicht.
Ich will ein kuscheliges Lager aus Laken, Kissen, Decken und einem Engel dessen Flügel sich zu meinem fügt. Ohne Worte.
*dir einen finger auf die lippen legend* "Du redest viel zu viel."
*den kopf senkend* "ich weiss."
...keine kalte Matratze.
Ich suche dich... jede Nacht in meinen Träumen...

Typisch mein Vater.


Mein Vater geht seit seiner Pensionierung jede Nacht Zeitungen austragen. So auch vor einigen Nächten. Er belädt sein Rad und fährt los. An einer Siedlung schlägt er sich einige Zeitungen über den Arm, lehnt sein Rad an und beginnt mit der Verteilung. Als er wiederkommt ist das Rad weg und er stinksauer.
[Ich dachte immer es gibt so nen Ehrenkodex „Klaue keinem Zeitungsausträger das Rad“ ähnlich wie „Kick keinem alten, gebrechlichen Menschen die Krücken weg“] 
Er nach Hause, ins Auto, will zur Zeitung fahren um sich einen Nachschub an neuen Zeitungen zu holen.
Da sieht er eine Gruppe junge Männer, betrunken durch die Gegend radeln – und was sehen seine Argusaugen? Genau!
[Folgendes geschieht in Bruchteilen von wenigen Augenblicken.]
Er hält voll drauf zu, bleibt mit quietschenden Reifen quer vor den Erschrockenen stehen und packt sich den Kerl aufSEINEM Rad am Schlawittchen, zieht ihn mit in die Räumlichkeiten der Zeitung und lässt die Polizei rufen.
Es klärt sich, dass der junge Mann meinem Vater das Fahrrad nicht vom ursprünglich abgestellten Platz weggeklaut hatte, also wurde dies Rad in weniger als einer halben Stunde zweimal entwendet. ...
Als der Beamte ihn fragt, ob er Anzeige erstatten will sagt er, offensichtlich doch den jungen Mann bemitleidend: „Och, öh, na ja... also... Anzeige... *winkt heftig ab* nene, lassen Sie mal. Aber zur Strafe fährt der Bursche jetzt mit mir die restlichen Zeitungen aus!“ und grinst schadenfroh.
Dieser besagte Fahrraddieb entschuldigt sich in den folgenden 2 Stunden immer wieder aufs Eindringlichste und trägt, brav gehorchend und kleinlaut, mit meinem herzensguten Papi die Zeitungen aus.
Ergo: Das mit dem Kodex ist Blödsinn. Wahrscheinlich gibt es in jeder Stadt solche oder ähnliche Geschehnisse, die als drohende Warnung ein jedes Zeitungszusteller - Fahrrad in eine Wolke von grausamer Gerechtigkeit hüllen.
Ha!


von Nanok @ 2007-01-26 – 13:49:13
Mein ganz persönlicher Durchdreher heute: was für Idioten sitzen eigentlich auf höchsten Ebenen!
Anruf. Blabla blubb. Das übliche.
**Frau Enttarnt ruft an.
Frau Enntarnt: "Hilfe! Das kann doch nicht sein! Alle meine Kolleginnen habe ich schon gefragt, diese Ausschreibung, sie steht im Amtsblatt, aber ich finde sie online einfach nicht. Helfen Sie mir!"
Frau H: "Ja, gern. Bitte nennen Sie mir Ihre UserID, damit ich Ihnen weiterhelfen kann."
Frau Enttarnt: "UserID? [wortwörltich JuscherEiDi]?"
Frau H. muss ihr stimmlich gewordenes Grinsen mit einem Hüsterchen verbergen.
Frau H: "Der Benutzername, den Sie vor dem Passwort eintippen."
Frau Enttarnt: "Ah. Naja. XXX glaub ich."
Frau H. loggt sich ein und öffnet das Suchprofil.
Frau H: "Welche Ausschreibung suchen Sie genau? Haben Sie eine Dokumentennummer für mich?" (Um die Arme nicht noch weiter zu verwirren habe ich auf Abfrage des CPV-Codes verzichtet 
K)
Frau Enttarnt: "Also, ich habe hier einen Dokumententitel, nachdem ich die ganze Zeit suche."
Frau H: "Fein. Welchen Titel geben Sie in das Suchprofil ein?"
Frau Enttarnt: "Justizanstalt."
Frau H. tippt eben jenes Stichwort in das dafür vorgesehene Feld und findet... die benötigte Ausschreibung direkt.
Frau H: "So, Frau Enttarnt, geben Sie bitte "Justizanstalt" in das vorgegebene Feld und beginnen mit der Suche, indem Sie auf "abfragen" linksklicken."
Frau Enttarnt: "Ja, das mache ich schon die ganze Zeit, da kommt nichts."
Frau H. wundert sich.
Frau H: "Welche Meldung erhalten Sie?"
Frau Enttarnt: "Nichts gefunden."
Frau H. "Gut, Frau Enttarnt, wir machen das bitte noch einmal zusammen. Loggen Sie sich bitte einmal aus, schalten Sie den Popup-Blocker aus, löschen Sie die Cookies und dann probieren wir es noch einmal."
...
[Auf die Erklärung von genau 43 Minuten, was genau ich damit meinte verzichte ich hier aus Mangel an Nerven. Die darauffolgende 20 minütige weitere Suche gab mir fast den Rest. Ich war als Alias-User über ihren Acc eingeloggt und bekam jedes Mal dasselbe Ergebnis. Die gesuchte Ausschreibung - während sie jedesmal leer ausging.]
...
Frau H. - völlig am Ende - brauchte eine kleine Verschnaufpause.
Frau H: "Frau Enttarnt, ich werde nun noch einmal etwas prüfen, ich rufe Sie in wenigen Minuten zurück."
...
Frau H. holt sich in dieser Zeit einen Kaffee und greift nach dem allerletzten Strohhalm, der ihr schon fast maßlos arrogant vorkommt.
*ringring*
Frau H: "So, Frau Enttarnt. Wir beginnen nun nocheinmal von vorne. Bitte geben Sie ein "Justizanstalt" und beginnen Sie die Suche."
Frau Enttarnt: "Wieder nix. Das gibts doch nicht!"
Frau H: "Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr weiter. Schicken Sie mir doch bitte einen Screensh...[in letzter Sekunde umgewandelt in] eine Bildschirmkopie von der Eingabe und dem Ergebnis.Sobald ich Ihre Nachricht erhalte, melde ich mich erneut."
[*erklär Screenshot-Mail-einfügen-schicken*]
*Frau H. wartet auf Mail und was sich da urplötzlich vor ihrem Auge entblösst könnte schlimmer nicht sein*
*ringring*
Frau H: "Genau, Frau Enttarnt, ich habe den Fehler entdeckt. Da ist Ihnen wohl etwas dazwischengerutscht. Nehmen Sie mal bitte bei Ihrer Schreibweise
JustiTzanstalt 
das T vor dem Z raus."
*schweigen*
Frau H. buchstabiert: "J-u-s-t-i-z-a-n-s-t-a-l-t".
*schweigen*
Frau H: "Frau Enttarnt?"
Frau Enttarnt: "Jetzt wird mir die Ausschreibung angezeigt. Das ist mir jetzt aber peinlich. Da ist mir wohl das T dazwischengerutscht. Hach... herrje... das ist... also... "
Frau Enttarnt bricht derweil in schaudriges Gekicher aus und Frau H. kichert solidarisch, aber eher zu Tode erschreckt mit...
Frau H. leise: "Ja... unglaublich... dazwischengerutscht... und das sogar achtzehnmal!"
Frau Enttarnt bedankt sich und beendet das Gespräch.
Frau H. sackt derweil auf ihrem Stuhl zusammen und haut sich die Tastatur vor die schweißbenässte Stirn.
In den Führungsetagen diverser oberster österreichischer Unternehmen sollte man eigentlich von etwas anderem ausgehen.
Woher sollte ich denn wissen, dass ich erstmal die Orthographiekenntnisse prüfen sollte, bevor man weiter ins Detail geht. Eigentlich hatte ich vorausgesetzt, dass...
aber naja. Ich hätte mir zu Herzen nehmen sollen, dass in den Führungsetagen mitunter ziemlich dumme Tröten sitzen, als ich - im Zuge eine Hardwareerweiterung (damals noch in D und in anderer Firma)- darum bat, mit dem PC zu mir zu kommen, die Assistentin der Geschäftsführung mit ihrem TFT-Monitor angedackelt kam und auf meine Frage, wo denn ihr Pc sei "Na hier" antwortete und mir demonstrativ vorführte, wie sie jeden Morgen ihren PC am Bildschirm-Monitor-Power-On-Knopf einschalte.
So what.
Dummflöten.
**Name von Frau H. aus Tierschutzgründen geändert.
von Nanok @ 2007-01-25 – 14:36:40

Ein bescheidener Ausschnitt dessen, was ich tagtäglich sehe, wenn ich die Stufen vom 6.ten Stock zum Feierabend runtersteige. Mein Blick über Wien.
Der Blick in mein Büro stimmt mich allerdings im Moment weniger freudig. Meine beiden direkten Kollegen machen mir das Leben schwer. Nach außen hin die großen Applikationenbeherrscher und Informationsträger, sehen die beiden sich ausserstande, mir auf meine Fragen für meine Begriffe hinreichend zu antworten. Und ich werde keine "Larifari-Antworten" per Email oder per Telefon loslassen. Solange mir auf meine Fragen weder der eine noch der andere eine kompetente Antwort gibt, kriegen die beiden das Zeugs so lange von mir zurück, bis ich eine gescheite Erklärung bekomme oder... bis sie selbst anrufen. Aber da kommt dann doch das Weinerliche durch "Was soll ich denn noch alles machen..."
Ehrlich? Mir vollkommen egal.
Mein Kollege (der bereits gekündigt hat) surft von morgens bis Feierabend lustig im Internet und ihn nerven meine Fragen offensichtlich. Der andere kommt am Mittag und motzt rum, es sei ja noch kaum was erledigt, und er müsse das dann halt mal wieder (!?) machen.
Hallo? Jungs? Ich bin die Hälfte der Zeit am Tag da, die ihr da seid. Und ich arbeite doppelt soviel wie ihr zwei zusammen.
Was ist denn daran verkehrt, wenn man sich nicht nur mit oberflächlichen Antworten zufriedengibt, sondern die Struktur, den Gesamtkonsens verstehen will? Unglaublich.
Ins kalte Wasser schmeissen, schön und gut. Immerhin hab ich am zweiten Tag telefoniert und eher schlecht als recht Fragen beantwortet.
Ich bin nicht faul oder blöde, ich will wissen, was dahintersteckt, damit ich die Fragen weitreichender beantworten und eventuell auftretende weiterführende Fragen direkt im Keim ersticken kann.
Was bitte ist daran falsch?
Ach, übrigens, der eine geht ja eh. Mein Chef fragte mich, ob ich meine Stelle schnellstmöglich auf Vollzeit ausbauen kann und will. Er wird die dann offene Stelle auf jeden Fall mit einer Frau besetzen.
"[...]denn Frauen haben ja doch einen anderen Arbeitsstil." HARR! Ohne das nun verallgemeinern zu wollen, aber die beiden männlichen Exemplare in meinem Büro sind die Ausgeburt folgender Charaktereigenschaften: störrisch, faul, arrogant und aufgeblasen.
So war´s eigentlich immer. Ich habe immer nur mit Männern gearbeitet. Mal war alles gut und total unkompliziert - und mal so. Jedoch musste ich immer das Doppelte arbeiten, mich doppelt beweisen, bis zum Perfektionismus ausgeartete Arbeitsweisen verwenden, damit ich als Kollegin anerkannt wurde (und nicht "nur" als Frau).
Und damals, während einer meiner Ausbildungen (zur Automobilkauffrau) hab ich sie alle unter den Tisch "gearbeitet". Ha! Die Kunden tasteten sich nur vorsichtig ran "Ja, ehm... können Sie mal einen Kollegen holen?" "Oh, ich kann Ihnen sicherlich weiterhelfen." *klönk* Dann kam das übliche Abgefrage. Eine Art Test. Manche warteten scheinbar darauf, dass ich so etwas von mir gab wie "Aber schauen Sie... dieser Alfa Romeo ist doch so schön rot." *möp* Fehlanzeige. Frau von heute weiß sehr wohl über ihre Branche Bescheid. Und sind mehr als Dolmetscher, wenn die Geschäftsführung von Lotus vorbeikam, Frau H. ins Besucherzimmer gerufen wurde, weil niemand sonst Englisch sprach und Frau H. mit dem britischen Gegenüber stundenlang über injection pumps oder head gaskets lamentierte.
Ähnlich war es bei einer Bank, in der Wertpapier-Abteilung. Gestandene Männer wollten mir damals weißmachen, ich kenne ja gerade mal den Unterschied zwischen An- und Verkaufsorder, die ich dann einige Minuten (einige richtig wohltuend überhebliche Eigenminuten) darüber aufklären musste, dass es sich beim Xetra nicht um eine Halbgöttin, sondern um eine elektronische Handelsbörse handelt.
Frau H. ist niemand, der man seine meist verhasste Arbeit stapelweise ins Email-Postfach oder auf den Schreibtisch knallt und sagt "erledigen".
Übrigens ist der Blick über Wien morgens, wenn ich die Treppen hochsteige, noch schöner.
So. Resultat: Ich werd mich jetzt an die Arbeit machen. Hab mir was mitgenommen und nach Hause geschickt. *seufz*

Arzttermin

Vorgestern hatte ich den Termin. Eine Stunde. Und ich habe nur geredet. Habe brav gelächelt und gesagt, dass eigentlich alles gar nicht so schlimm sei.
Sie sagte, es sei wichtig, dass ich nicht diese extremen Hochs und Tiefs erlebe, sondern meine Gefühle eine klare Grundlinie haben. Ein Mittelmaß.
...Mittelmaß...
Eingelullt und oberflächlich?
Raus.
Ins Auto.
Von da an hab ich nur noch geheult.
Ich wollte doch immer so viel mehr sein...
so viel mehr, als jetzt noch von mir übrig ist.
Ich will meine Gefühle so erleben, wie sie sind. Nicht gleichbleibend dahinplätschernd. Ich muss dazu nachdenken... nachdenken. Vielleicht bin ich es gar nicht, die ein Problem hat? Nicht ich, sondern die, die sagen ich hätte eines?

Minuten...

...als ich heute abend auf dem Bett saß und mir die Haare bürstete, kam er rein, setzte sich wortlos hinter mich, nahm mir die Bürste aus der Hand und kämmte sie mir weiter. Ich schloß die Augen.
...sekunden... wie früher... atemlos schloß ich die Augen. Er nimmt meine langen, schwarzen Haare in die Hände, vergräbt sein Gesicht darin. Flüstert leise "Es tut mir leid."
Ich weine. Leise. Ich weiß, dass es ihm leid tut. Und ich weiß, das alles so weitergehen wird wie bisher. So wie immer.
Zärtlichkeiten für Sekunden.
"Ich möchte morgen bei der Ärztin anrufen. Ich möchte mit ihr reden, sie soll mir sagen, was mit mir los ist. Mir die Adressen von Therapeuten holen."
"Kann ich mitkommen?"
"Ich möchte da lieber allein hin. Sei mir nicht böse. Es gibt Dinge, die in mir vorgehen, von denen weißt du nichts."
Er legt die Bürste hin. "Ah." Er geht.
Er erträgt es schlecht, nicht im Mittelpunkt zu stehen.
Ich habe das Gefühl, ich schreie innerlich, suchend, wo dieser Schmerz herkommt, wo doch nur noch Leere ist. Ich kann so nicht mehr leben.
Ich will nicht immer nur lügen, auf die Frage nach meinem Befinden. Es geht mir nicht gut. Nein, verdammt. Es geht mir beschissen.
Das ist kein Spiel, das ich spiele. Es ist mein Leben.

Ich bin egoistisch.

Immer wieder Streit.
Er sucht sich Kleinigkeiten. Wieder Beschimpfungen.
Ich sage: "Das ist doch gar nicht, was dich stört. Komm zum Punkt."
"Der Punkt ist der, dass du hier überhaupt nichts mehr machst. Die Umzugskartons stehen noch immer hier. Du hast gesagt, du machst es uns schön. Und der ganze Scheiß steht noch immer hier rum. Was machst du eigentlich den ganzen Tag, außer auf deinem Hintern zu sitzen?"
Heftiger Streit. Irgendwann dann seine Frage:
"Wann hast du aufgehört, die Klamotten auszupacken?"
Langsam drehe ich mich um, schaue ihn an und frage:
"Wann hast du aufgehört, mir das Gefühl zu geben, daß es das überhaupt noch wert ist?"
Er geht. Knallt die Tür.

Sprechversuch Nr.1

Ich rufe ihn an.
"Ja?"
"Hallo."
"Was gibts?"
"Ich wollte fragen, ob es etwas gibt, was du dir wünschst, was ich kochen kann heute."
"Wir haben Brot da. Das reicht."
"Ja, aber ich wollte dir eine Freude machen, deshalb wollte ic..."
"Nein. Wir haben Brot, das reicht."
"Aber..."
"Ich habe jetzt auch gar keine Zeit. Ich ruf später an."
-aufgelegt-
Hier sitzend, warte ich auf seinen Anruf. Obwohl ich weiß, daß er erst anruft, wenn es für´s einkaufen zu spät ist.
Was mach ich denn immer falsch?

Was so sehr wehtut.

Fahre ihn zur Arbeit, wie jeden morgen. Kein Wort während der Fahrt. Er steigt aus. Kein Wort. Kein zugehauchtes Küßchen. Er geht und verschwindet unter der Brücke. Er hat sich nicht einmal umgedreht. Ich sitze im Wagen, schließe die Augen, weine, frage mich, wie es so weit kommen konnte. Wann es so wurde. Genau, wie jeden morgen. Fahre nach Hause. Heute abend werde ich ihn wieder abholen. Wie jeden abend.
Und das alles nur, weil ich heute morgen nicht aus dem Bett kam als er mich geweckt hat, sondern erst, als der Hund seine kalte Nase unter die Bettdecke an den Bauch schob. Nur deshalb? Nein.
Wenn er mir wehtun will, dann hat er eine effektive Waffe: Ignoranz. Er beachtet mich nicht mehr. Kein Wort, keine Berührung, keine nette Geste. Wenn ihm etwas nicht passt, setzt er sie ein.
Genauso auch über Weihnachten. Genauso über Silvester. Das macht mich unglaublich wütend. Ich bin sehr verletzt. Und das nutzt er für sich. Wenn er das über Wochen tut, dann an Heiligabend oder Silvester mal was Nettes sagt und ich da nicht wirklich drauf eingehen kann, kommen Vorwürfe. Versuche ich, mit jemandem darüber zu reden: Vorwürfe.
Er hält mich wie einen bunten Papagei im goldenen Käfig, dem langsam die Federn ausfallen. Denn: ich habe ja alles. Ausreichend finanzielle Sicherung, ein schönes Haus, Essen, warmes Wasser... -aber das reicht mir nicht. Ich würde alles eintauschen gegen ein bisschen zwischenmenschliche Wärme.
Er gab mir lange nichts. Bestrafte mich lange mit seiner Kälte, sodass ich selber so weit abstumpfte, dass ich glaube, es nicht mehr zu brauchen. Geschweige denn, zu geben. Zuviele Zurückweisungen.
Er wirft mir vor, ich hätte die letzten Tage nicht ein nettes Wort gesagt. Stimmt. Denn wenn ich es tue, kommt wieder die Zurückweisung. Ich kann das nicht mehr. Deshalb lasse ich es. Aber egal... egal, was ich tue, es ist nicht richtig.
Dabei will ich dich doch nur lieben, wie du wirklich bist. Und ich will, dass du mich wieder liebst, wie ich wirklich bin. Nicht so. Durch deine monatelange Ignoranz bin ich zu dem geworden, was du vor dir siehst. Ich kann nicht mehr. Ich hab nicht automatisch mehr Stärke in mir, weil ich das letzte Jahr zuhause war und du arbeiten gegangen bist. Das ist nicht richtig. Das ist falsch. Ich bin sogar noch viel verletzlicher geworden.
Ein einziges Mal... sag mir doch nur einmal "Setz dich. Sag mir, was mit dir los ist." Stattdessen "Halt doch die Klappe.".
Warum - verdammt - siehst du das nicht mehr?
Ich dachte eigentlich, die vorletzten Weihnachten und das vorletzte Silvester hätte grausamer nicht sein können. Wir haben es dieses Jahr getoppt.
Anrufe "Frohe Weihnachten" "Guten Rutsch" beantworte ich ebenso elegant gelogen. Nein, mir geht es nicht gut. Aber ich habe keine Lust, darüber zu reden. Ich möchte nicht, dass sich jemand an diesen Tagen um mich sorgt, denn für mich sind es Tage, wie alle anderen auch, an denen ich ihn nicht zur Arbeit bringe.
Dann ist er halt da. Das sonst nur abendliche Spektrum breitet sich auf den ganzen Tag aus. Mehr ist das nicht.
Aus dem "Ich habe überlegt, allein nach Wien zu gehen." wurde heute morgen ein "Hätte ich mir nur eine kleine 1-Zimmer-Wohnung in der Nähe der Arbeit genommen. Dann hätte ich laufen können." (...und hätte nicht so eine unfähige, komplizierte, nervenaufreibende, viel zu viel fordernde Frau zuhause.)
Ja. Da bin ich. Zuhause. Und denke zum ersten Mal wirklich über eine Trennung nach. Nicht weinend. Nüchtern. Ich versuche, den Gedanken nicht zu verdrängen. Ich versuche, mich zu stellen.
Ich denke daran, ob ich Kinder mit ihm haben will. Ob ich mein restliches Leben mit ihm verbringen will...
So? Nein. So nicht.
Ich bin keiner seiner Mitarbeiter, den er einfach so feuern kann, wenn er seine Leistung nicht erbringt. Oder ihm einfach "auf den Sack geht". Diese "Macht", die er auf der Arbeit hat, tut ihm nicht gut. Er behandelt Menschen schlecht. Niemand wagt es, etwas gegen ihn zu sagen. Der Job steht ja auf dem Spiel. Wann wurde er so? Das ist nicht der Mann, den ich liebe. Er trägt es nach Hause. Langsam aber sicher kroch diese Machtstellung unter unserer Haustür rein, denn diese ständigen Drohungen, wenn ich nicht "funktioniere", sind nichts anderes. Irgendwann wird er mich auch "feuern" aus meinem "Job als Ehefrau". Ich habe ihn so oft gebeten, mir etwas mehr Respekt entgegenzubringen. Er kann mit dieser "Machtstellung" nicht umgehen. So behandelt man niemanden.
Ich möchte mein Leben zurück. Mein Leben. Meine Gefühle. Ich möchte nicht ständig in dieses verdammte Loch fallen. Immer und immer wieder. Ich möchte mich nicht für alles rechtfertigen. Ich möchte nicht jeden Tag seine "to do-Liste" abarbeiten müssen. Ich möchte mein Leben zurück. Mein Leben mit ihm. Geprägt von Liebe und Respekt. Nicht von Misstrauen und Ignoranz.
Er... geht weiter... und hat mich irgendwo liegen lassen.
Ich bin seine Frau. Wann... wann genau hat er das vergessen?




Formularende

Dienstag, 14. Dezember 2010

Aus 2004

An den Engel und den Paule, ich hab noch einen alten Blog, aber ich konnte alte Beiträge bisher nicht wirklich hierher übertragen, ich Versuchs mal mit copy paste. Bitte etwas Geduld in den nächsten Tagen.
Weil ich grad heute wieder an Petra denke, hier ein Beitrag aus 2004 von mir für Euch beide <3

Ich stehe auf, der warme Körper noch neben mir. Habe kalte Füße... wie immer. Ziehe mir dicke Kniestrümpfe an, die mir vor ein paar Stunden erst ausgezogen wurden. Eine Mischung: weißes, enges Shirt, weiße Unterhose und schwarze dicke Kniestrümpfe. Ich knote mir die langen, schwarzen Haare irgendwie zusammen und einige Strähnen fallen mir ins Gesicht. Noch einmal knie ich mich auf die Matratze und küsse ihren wunderbaren Rücken, der sich langsam atmend bewegt. Ich öffne leise die Zimmertür, im Flur ist noch Licht. Ich schleiche verschlafen in die Küche, setze einen Topf mit Wasser auf den Herd, befülle den Keramikfilter mit Kaffee, lehne mich rücklings an den Einbauschrank. Mit geschlossenen Augen kann ich noch immer ihren Duft an mir riechen. Ich fühle mich völlig ausgefüllt... es war eine wunderbare Nacht. Das Wasser kocht. Ich gieße langsam das Wasser durch den Filter in eine große Schale. Fülle den Rest mit Milch auf. Setze mich mit angezogenen Beinen und der Schale auf den Knien auf den Stuhl am Fenster. Es regnet. Ich atme den Duft des Milchkaffees ein und beobachte die Regentropfen, die ans Fenster klatschen. Ich versinke... in Gedanken an diese Nacht.

„...dann kann ich dem auch nichts mehr abgewinnen.“ Ich schaue ihr zu, wir sitzen in ihrem Zimmer auf dem Boden und unterhalten uns. Sie redet und redet und ich mag es sehr. Schon lange höre ich zwar die Worte aus ihrem Mund, verfolge aber nicht mehr die Argumente gegen oder für eine Konfrontation mit ihrem Bruder.
Mein Blick wandert von ihr zu dem Fenster. Sie streichelt sanft meine Wange. „Du bist mit deinen Gedanken ganz woanders, habe ich recht Hase?“ Ich schaue in ihre strahlenden Augen und nicke nur. Sie beugt sich zu mir, nimmt mein Gesicht in ihre Hände und sagt: „Habe ich dir heute schon gesagt, wie sehr ich dich liebe?“ Tränen lassen meinen Blick auf sie verschwimmen. Ich schließe sie und spüre ihre Lippen auf meinen. Sie berührt sachte mit ihrer Zunge meine Lippen, ich kann ihre Wärme vollends spüren. Ein schönes Prickeln auf der Haut. Sie streichelt mir über die Schultern, meinen Hals, drückt mich ein wenig zurück, so dass ich mich rücklings abstützen muss. Ihre Hände wandern über meine Brüste, über meinen Bauch, über meine Schenkel. Ich lege den Kopf zurück und lass das alles mit mir geschehen, denn ich weiß, sie wird weitergehen... weiter... immer weiter. Sie macht mich sehr glücklich und ich muss leise aufstöhnen. Die ganze Welt scheint sich in einem Moment zu drehen und doch still zu stehen. Ich weiß, ich kann mich ihr völlig hingeben. Sie küsst mich, drückt mich auf den Boden, beisst mir sanft in den Hals... ich verbrenne...die Körper... kleine Schweißperlen bilden sich auf der Haut... sie schiebt mein Shirt hoch, fährt mit ihrer Zunge geschickt vom Hals hinunter, ohne eine Stelle auszulassen. ...sie küsst meinen Bauch, drückt sanft meine Schenkel auseinander. Ihre Segnungen sind wundervoll. Ich lasse mich völlig fallen. Und ich weiß: heute Nacht wird ihre Seele erneut die meine berühren...

Die Küchentür geht langsam auf. Sie sieht so schön aus, wenn sie noch so verschlafen ist. Nur mit Höschen bekleidet setzt sie sich vor mich auf die kalten Bodenfliesen. „Ich habe dich vermisst, Schatz.“ Ich lächle sie wieder an und reiche ihr meinen Becher. Gott... herrje. Sie ist so wunderbar. Sie setzt sich auf den Küchentisch und stellt ihre Füße auf die meinen. Ich greife sie am Nacken und küsse sie. Leise flüstere ich ihr ins Ohr: „Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?“ Sie lächelt. Ich stelle meine Füße auf den Boden und rücke meinen Stuhl etwas näher an sie heran. Ich küsse ihre warme, weiche Haut. Fahre mit den Fingerspitzen über ihre Brust, über ihren Bauch und lasse meinen Fingern meine Zunge folgen. Sie seufzt leise auf. Alles scheint stillzustehen. Nur sie und ich. Und wieder: heute morgen wird meine Seele die ihre berühren...

Samstag, 11. Dezember 2010

No wonderland.

There is no wonderland.

Ich weiss nicht, wann es angefangen hat. Es gibt auch immer wieder Unterbrechungen. Ich dachte, es sei vorbei, aber nun muss ich es einsehen.

Lachen ist nicht leicht für mich. Ich strebe nach diesem einen Moment uneingeschränkten Glücks. Nach diesem Moment, der so schön beschrieben wird von William Blake:

To see a world in a grain of sand
And a heaven in a wild flower,
Hold infinity in the palm of your hand
and eternity in an hour.

Ewigkeit in einer Stunde nur…

Und kaum kann ich einen Artikel zuende schreiben, ohne nach ein paar Sätzen aufzuhören, durchzuatmen und mir was zu drehen. Dann sitze ich da, grinsend, die Augen klein, die Musik ´n paar Nuancen lauter… und schreibe, bis die Finger bluten.

Warum kann ich das nicht unter normalen Umständen? Warum dies hier? Warum das alles hier eigentlich? Warum tu ich mir das an und vergesse nicht einfach den täglichen, unaushaltbaren Schmerz? Als ob man funktioniert und nicht lebt. Nichts mehr wahrnimmt, nur noch nach Norm und Ordnung funktioniert?

Dann wäre doch vieles von dem Gefühl nicht da. Ich müsste mir um nix Sorgen machen, solange ich nach Pflicht und Moral handeln würde. Aber tue ich das? Träume ich mich nicht jeden Tag in eine andere Welt? Hinter dieser Maske ist jemand, den ich nicht mehr kenne. Ich weiss nicht mehr, wie es ist… so ein Moment im absoluten Glück. Und kann ich es abschalten, kann mein Äußeres es nicht. Ich kann mir einreden ich sei absolut glücklich. Ich kann es sogar glauben. Wem soll ich trauen, wenn nicht mir…. aber es wird immer wieder kommen, schleichend, von hinten den Rücken hochkriechend, es drängt sich schmerzend über den Nacken in deinen Kopf und das, ohne Vorwarnung.




—-- Artikel wurde auf meinem iPhone erstellt

Mittwoch, 15. September 2010

Easier.



It’s easier to run 
Replacing this pain with something numb 
It’s so much easier to go 
Than face all this pain here all alone 

Something has been taken 
From deep inside of me 
A secret I’ve kept locked away 
No one can ever see 
Wounds so deep they never show 
They never go away 
Like moving pictures in my head 
For years and years they’ve played 

If I could change I would 
Take back the pain I would 
Retrace every wrong move that I made I would 
If I could take all the shame to the grave I would 

Sometimes I remember 
The darkness of my past 
Bringing back these memories 
I wish I didn’t have 
Sometimes I think of letting go 
And never looking back 
And never moving forward so 
There would never bee a past 

Just washing it aside 
All of the helplessness inside 
Pretending I don’t feel misplaced 
Is so much simpler than change 

It’s easier to run replacing this pain with something numb 
It’s so much easier to go 
Than face all this pain here all alone